Bewerbungsschreiben

Bewerbungsmappe
Das Wort Bewerbung kommt von Werben. Ziel der ‚Werbung’ ist es die gewünschte Ausbildungsstelle oder den gewünschten schulischen Ausbildungsplatz zu bekommen. Die Bewerbung ist eine ‚erste Arbeitsprobe’ für den zukünftigen Arbeitgeber. Sind die Unterlagen ordentlich und vollständig?

Anschreiben
Das Anschreiben folgt einer einfachen Gliederung. Dem Briefkopf folgt die Betreffzeile mit der Stellenbezeichnung und der Quelle, wo das Stellenangebot gefunden wurde. Im Adressfeld und in der Anrede wird der Adressat namentlich angesprochen werden. Vorteilhaft ist ein vorheriger telefonischer Kontakt mit dem Ansprechpartner im Unternehmen. Fand ein Telefongespräch statt, sollte sich der Bewerber in der ersten Zeile darauf beziehen. Anschließend schildert der Bewerber in ein bis zwei Sätzen, weshalb er sich für die ausgeschriebene Stelle interessiert. Dann folgen Belege für fachliche und persönliche Fähigkeiten. Ein möglicher Schlusssatz ist zum Beispiel, dass sich der Bewerber auf die Möglichkeit ein Vorstellungsgespräches freut.  Das Anschreiben sollte möglichst eine Seite nicht überschreiten.

Nach der Eröffnung werden in knappen, überzeugenden Worten Argumente vorgetragen, warum der Bewerber der bzw. die Richtige für die zu besetzende Stelle ist. Das Anschreiben liefert die Antwort, ob und welche Anforderungen im Anzeigentext der Bewerber erfüllt. Bitte nicht vergessen, dass zu den fachlichen Anforderungen heute neben den reinen Berufskenntnissen auch Fremdsprachen- und Computerkenntnisse zählen. Hat der Bewerber Fähigkeiten und Kenntnisse, die für den ausgeschriebenen Ausbildungsplatz relevant sind, sollte er diese ohne zu zögern aufzählen. Es sollten weiterhin plausible Antworten auf die Fragen: Warum gerade dieses Unternehmen? Warum sollten sich die Personaler für Dich entscheiden?

Der Schlusssatz der Bewerbung ist ebenfalls sehr wichtig. Schließlich klingt der letzte Satz noch einige Minuten im Gedächtnis nach. Hier kann ein Verweis auf ein mögliches Vorstellungsgespräch gemacht werden. Etwa kurz und bündig: "Über die Einladung zu einem persönlichen Gespräch freue ich mich." Oder: "Für alle weiteren Fragen stehe ich Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch zur Verfügung." Das Anschreiben sollte so kurz und informativ wie möglich gehalten werden. Die Personalentscheider haben in der Regel keine Zeit und kein Interesse, Romane zu lesen. Es sollte gutes, nicht liniertes Papier verwendet werden. Die Unterschrift kann mit einem Füllfederhalter und königsblauer Tinte getätigt werden. Das wirkt auf jeden Fall seriöser, als mit Kuli in rot, grün oder schwarz.


Lebenslauf
Der Lebenslauf kann ruhig länger als eine Seite sein. Folgende Punkte sollte ein Lebenslauf auf jeden Fall enthalten:

  • Persönliche Daten (Vor- und Zuname, Geburtsdatum und -ort, Familienstand, Staatsangehörigkeit) und Schulbildung (besuchte Schulen, Schulabschluss)
  • Eventuell bereits vorhandene Berufstätigkeit/-ausbildung (Art der Berufsausbildung, Ausbildungsfirma und -institutionen mit Ortsangabe)
  • Weiterbildung (Vorsicht bei der Auswahl: Fremdsprachen machen sich immer gut ein Kochkurs ist nicht unbedingt relevant)
  • Sonderinformationen (z.B. Auslandsaufenthalte)
  • Besondere Kenntnisse (Fremdsprachen, EDV oder natürlich interkulturelle Kompetenz etc.)
  • Hobbys/Interessen (ehrenamtliches, soziales Engagement, Sport, Politik etc.)
  • Ort, Datum, Unterschrift

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten einen Lebenslauf zu gliedern:
Zum einen ist eine chronologische Gliederung des Lebenslaufes möglich. Das heißt die Eckdaten werden der Zeitenfolge nach aufgezählt. Dabei gibt es die amerikanische Methode oder die konventionell deutsche Methode. Bei der amerikanischen Methode beginnt der Lebenslauf mit dem aktuellen Stand und geht auf der Zeitachse zurück. Bei der konventionellen deutschen Form geht der Bewerber auf der Zeitachse nach vorne, d.h. der Lebenslauf beginnt mit dem Vergangen und endet mit der aktuellen Situation.

Die zweite  Variante arbeitet mit Oberbegriffen. Hier wird der Lebenslauf nach Themenschwerpunkten, zum Beispiel: Schulbildung, Auslandsaufenthalte, etc, gegliedert. Das bietet sich besonders an, wenn Lebenslauf nicht stetig ist. In dieser Form können längere Pausen geschickt ‚versteckt’ werden.

Egal für welche Form der Gliederung der Bewerber sich entscheidet, sollte der Lebenslauf immer der inhaltlichen Prämisse folgen, dem Personalentscheider deutlich zu machen, dass man für den angebotenen Ausbildungsplatz die ideale Besetzung ist.


Das Lichtbild
Ein Foto wirkt oft mehr als ein guter Text. Das gilt auch für eine Bewerbung. Die Personalentscheider, nehmen oft als erstes das Foto ‚unter die Lupe’. Hier findet in Sekundenschnelle eine Urteilsfindung statt: Sympathisch oder unsympathisch? Mürrisch oder freundlich? Zugewandt oder verschlossen? Mit diesem Bild im Hinterkopf beginnt der Chef die Bewerbung durchzulesen.
 
Auch wenn der vom Aussehen abgeleitete erste Eindruck völlig falsch sein kann, verlassen sich doch die meisten Personalchefs auf ihr spontanes Urteil. In das Bewerbungsfoto sollten also Zeit und Energien gesteckt werden. Ein guter Fotograf kann jeden ins rechte Licht rücken. Ein Format von etwa 6 x 4 cm (also etwas größer als das normale Passfotoformat) ist optimal für die Bewerbungsunterlagen. Kleidung und - bei Bewerberinnen Make-up - sollten dezent und dem Ausbildungsplatz angemessen sein. Die Haare sollten gepflegt sein und auf keinen Fall die Augen verdecken!  Bewerber sollten nicht vergessen, sich vor dem Fototermin zu rasieren. Ansonsten gilt: Lächeln, was das Zeug hält und ein freundliches Gesicht machen J.

Zeugnisse
Zu der Bewerbungsmappe gehören auch die bis dahin verfügbaren Zeugnisse:

  • Schulzeugnis (Jahreszeugnis bzw. wenn dieses noch nicht verfügbar ist Halbjahreszeugnis)
  • Praktikumszeugnis bzw. –bescheinigung
  • Bescheinigungen über eventuelle Weiterbildungen (z.B. eines Sprachkurses an der VHS)

Autorin: Tülay Polat